| Bericht vor Ort. hn
29.10.07 29.10.07 04.00 Mein Schwager Manuel schreit uns von draußen wach. Ich soll sofort ein Seil holen und mitkommen. Die Urgrossmutter (über 100 Jh) und die Mutter sind im Haus gefangen und drohen zu ertrinken. Wir haben die ganze Nacht gehört das es aus Kübeln giesst. Ich sagte ihm, daß wir uns sichern müssen, denn bei diesem Hochwasser (1.40m9 mit Schlamm könne ich wegen meinem Rücken kein Risiko eingehen. Also fuhr ich außen herum und musste den Pick-Up weit weg vom Geschehen parken. Wir trafen mehrere Leute und machten das Seil fertig. Manuel war sehr nervös und wollte alles schnell machen. Ich aber sagte ihm, daß wir uns sichern müssen, oder wir werden von der Schlammmasse weg gerissen. Dann ging er als erster Mann los und alle sicherten ihn. Ohne Licht nur mit zwei schlechten Taschenlampen ausgerüstet konnte er die reißende Masse durchqueren. Der Zweite und Dritte ging hinterher und die Drei konnten dann die beiden Frauen durch ein Fenster herausholen. Drinnen schwamm alles und die Urgrossmutter ist blind und ihr wurde vor ein paar Jahren ein Bein amputiert. Mit Gotteskraft schafften wir es bevor das Haus unterspült wurde und im Dunkeln weg geschwemmt wurde. So schafften wir uns alle in Sicherheit. Zum Glück hatte Manuel seine Frau und drei Kinder um 02.30 Uhr schon in einer sicheren Stelle untergebracht. Leider war zu dieser Zeit jeder mit sich beschäftigt. Die Umgebung kennt man nicht mehr. Früher war alles bepflanzt und heute nur noch Sand. Rundherum standen einmal Holzhütten. Nichts steht da, alles von den Schlammmassen weggerissen. Dann wateten wir hüfttief im Wasser durch die ehemalige Strasse und gingen zuerst einmal zu mir nach Hause. Alle waren in Sicherheit aber Manuel will sofort zurück. Also fuhren wir gemeinsam so weit es ging und Manuel holte alle Wertsachen aus beiden Häusern. Anscheinend waren schon Diebe da denn der Gastank fehlte. Weiter hinten hörten wir Schüsse. Ja so ich das leider hier. Er verriegelte alles und wir gingen zurück. Dann wollte ich unbedingt wissen wie es anderen geht. Also rauf wo die Brücke die vor 3 Jahren schon einmal 2.65m unter Wasser stand. Da konnte keiner rüber. Reissender Fluss mit unglaublichen Stromschnellen. Eine gefährliche braune Brühe. Ich machte Fotos und auf der anderen Seite wohnt ja meine Freundin Santa. Also fuhren wir außen herum und es war einfach grausam.
In den letzten 50 Jahren gab es so etwas nicht. Was nicht gut untermauert war ist nun weg. Mit meinem Seil überquerten Frauen mit Kindern gesichert die Schlamm Massen. Keiner war trocken. Dann fuhr ich Richt. Spital und sah von oben das Desaster. Ich finde keine Worte. Lange geht es nicht dann verschwinden Häuser. Es regnet wieder stärker und ich gehe zu Santa. Fast 40cm steht das Wasser im Haus. Trotzdem bot sie mir ein Cafe an. Klitsch nass war die warme Tasse wie eine Bettflasche. Ich friere wie die andern auch. Um 10Uhr waren wir wieder zurück jedoch es zog mich am Nachmittag hinaus. Das Regen lies etwas nach und mit meiner Kamera fuhr ich zum Stadtausgang wo eine lange rechts Kurve schon einige Mal unterspült worden ist. So etwas habe ich noch nie pers. gesehen. Die Hälfte der Strasse ist mit samt ihrer 4 Meter Böschung über eine Länge von ca. 500 Meter weg.
Die Frauen organisierten sich in unserem Haus wo wir 11 Personen aufgenommen haben. Gut das wir noch ein kleiner Teil der Spenden zurück gehalten wurde. So konnten wir die Leute einkleiden und aus der Not zogen sich halt die Frauen meine Unterhosen an. Dann packten sie ihr Sachen aus und reinigten alles vom Schlamm. Dann musste sofort Benzin für die Notstromgruppe gekauft werden. Wir hatten gehört das es hier auch kein Brot gibt. Also fuhr ich nach Cotui und kaufte alles Brot zusammen. ; Spät abends kam endlich für kurze Zeit die Internetverbindung zustande. Leider nur kurz, denn nun stieg auch der Notstrom aus. Wir hatten nicht bemerkt das min. 36 Std. vorher der Strom weg war. Na ja morgen regeln wir das. Gemeinsames Abendessen und den Schlafplatz organisieren. Zur Not kann ich noch 20 Leute aufnehmen. Ricardo rief an und fragte ob wir noch Wolldecken hätten. Leider brauchten wir diejenigen die noch da waren für die Leute. Er sei im Club Bonao und organisiere für fast 400 Menschen einen Schlafplatz. Es tat weh nein zu sagen, jedoch wir brauchen sie hier. Die ganze Nacht hat es geregnet.
Mein Schwager fuhr runter zu seinem „Haus“. Er will wie alle andern retten was noch zu retten ist. Nachher müssen wir Essen organisieren. Zum Glück habe ich über 40 M3 Trinkwasser das wir verschenken können. Eine traurige Angelegenheit die noch nicht ausgestanden ist.
Retten, was noch zu retten ist, bevor das Wasser kam. Heinz hat
mittlerweile 5 Familien aufgenommen. Er zählt nicht mehr, wie viele Kinder
dabei sind. Morgen verteilt Heinz mit Santa (Präsidentin von Amor y Paz)
die ersten Esspakete von der unserer Soforthilfe.
5:46
2.11.2007 12:28 Meine Gedanken
3.11.07
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Nun kommen sie, die Ratten. Sie kommen
durch die kleinsten Ritzen und pinkeln die Lebensmittel voll. Das
Schlimmste ist, man merkt es ja nicht sofort. Vor ca. 5 Wochen wurden erst
drei Kinder von Ratten zu Vollwaisen gemacht. Die Familienangehörigen
starben an einer Infektion (Virus Hanta), die von Ratten übertragen wird. |
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In Maimón wurden zwei Erwachsene Tote aus
dem Schlamm gegraben. |
| 6.11.2007 Schäden in Maimón. Im Bereich der Brücke über die
Leonora in Maimón sind 7 Häuser weggeschwemmt worden. Im Bereich des
Flusses noch einmal ca. 5 Häuser. |
| 08.11.2007 Wiederum keine Einheit unter den Organisationen. Jeder macht was er will. Die sind mit dem Teufel im Bunde, anders ist es wohl kaum zu erklären. Die Fotos von Medio Abmbiente ( Umwelt) wurden teilweise unter unmöglichen Bedingungen gemacht. Der Gestank von verseuchtem Waßer im Stausee Hatillo hält keiner aus. Ich mache um so etwas auch einen Bogen, jedoch es ist es uns wert das die Wahrheit nicht verschwiegen wird. Noch immer treiben hunderte Kadaver im Stausee Nun haben alle Angst das keine Hilfe mehr zu uns kommt. Anscheinend geht ja nun alles nach Mexiko. Durch unsere Kontakte zwischen Heinz und Deutschland haben wir die Hoffnung das die dort lebenden Dominikaner auf ihr Herz hören. Eines ist versprochen; Wir arbeiten nur mit dem Spital zusammen und wenn Spenden an unsere Stiftung eingehen wird jede Ausgabe offen gelegt. Hilfsgüter gehen nur an die wirklichen Bedürftigen. Daher bitten wir von Herzen um rasche Hilfe. Gott beschütze euch |
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Fundación Mundo Nuevo |